Wo sind die zusätzlichen Intensivbetten? … nicht zu finden

Im vergangenen Jahr wurden 686 Millionen Euro für neue Intensivbetten an die Kliniken überweisen. Angesichts von 50 000 Euro pro Bett müssten dabei also 13 700 neue Intensivbetten herausgekommen sein – zusätzlich zu den 28 000 bereits bestehenden. Doch wo befinden sich diese Betten eigentlich? Das war selbst für den Bundesrechnungshof laut seinem jüngsten Bericht von Anfang Juni nicht nachvollziehbar. Typische Ahnungslosigkeit und Schönfärberei von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): sein Haus sei “bis heute nicht in der Lage ist, die Zahl der tatsächlich aufgestellten sowie der zusätzlich angeschafften Intensivbetten verlässlich zu ermitteln”.
Zusätzliche Intensivbetten wurden zur Corona-Bekämpfung aus dem Gesundheitsfond finanziert. Der speist sich aus den Beiträgen der Arbeitgeber, anderer Sozialversicherungsträger sowie den Zahlungen der Krankenversicherten – also den Beiträgen der Versicherten, die von den GKV verwaltet werden. Das bedeutet: Die Versicherten kommen für die Finanzierung neuer Intensivbetten maßgeblich auf; den gesetzlichen Krankenversicherungen fehlt aber jede Kontrolle, was in diesem Fall mit den Mitgliedsbeiträgen passiert.
Es ist erstens ein Skandal, dass die Beitragszahler nicht wissen, was mit ihren Beiträgen passiert und zweitens, dass die Intensivbetten nicht auch anteilig von Privatversicherungen getragen wurden. So liegen dann Privatversicherte in Betten, die nur gesetzlich Versicherte finanziert haben.

Wo sind die zusätzlichen Intensivbetten? … nicht zu finden