Was die Politik verkehrt macht: Informationsziele, Einstellungsziele und Verhaltensziele

Nach Wahlen kennen wir das: Wir haben unsere Positionen dem Wähler nicht “rüberbringen” können. Heisst: der Wähler war zu doof, das zu verstehen. Nur, wenn ich mich auf Informationsziele beschränke, kann ich kein anderes Wahlverhalten erreichen. Mit Plakaten Strassen tapezieren, Prospekte aus Hauswurfsendung und auf dem Wochenmarkt eine Rose oder ein Kugelschreiber. Damit ändert man nun wirklich keine Verhaltensziele. Politiker sind gut beraten, Kommunikationsfachleute zu sich zu holen, die eine Profi-Konzeption beherrschen.

Informationsziele: Sie geben an, welches neue Wissen dem Mitglied einer bestimmten Bezugsgruppe bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vermittelt worden sein soll. Beispiel: Jugendliche sollen durch eine Aufklärungskam-pagne lernen, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist.
Einstellungsziele: Sie definieren, welche Einstellungsveränderungen bei dem Mitglied einer bestimmten Bezugsgruppe bis zu einem be-stimmten Zeitpunkt stattgefunden haben sollen. Beispiel: Jugendliche sollen das Rauchen „uncool“ finden.
Verhaltensziele: Hier geht es darum, dass Mitglieder einer bestimmten Bezugsgruppe ihr Verhalten ändern. Beispiel: Jugendliche Raucher sollen das Rauchen stoppen.

Beachten Sie bei der Zielformulierung, dass Sie konkrete – d.h. messbare – Ziele formulieren, die in einem von Ihnen zu definierenden realistischen Zeitraum bei den Zielgruppen erreicht werden sollen.

Um eine Hilfestellung zu geben, welche „Arten“ von Zielen Sie verfolgt werden können, siehe bitte oben. Und: Die kommunikativen Ziele sollten einen unmittelbaren Nutzen / Mehrwert für das Unternehmen / den Auftraggeber haben.

Ganz offensichtlich sind Einstellungsziele schwieriger zu erreichen als Informationsziele – und am wenigsten leicht wird es fallen, Verhaltensziele zu realisieren.

Das gilt aber nicht in jedem Fall: Der Informations- und Wissensstand über die Notwendigkeit von getrennter Müllsammlung ist in Deutschland sehr hoch.

Die persönliche Einstellung gegenüber dieser Gemeinschaftsaufgabe ist dagegen sehr ambivalent (die meisten lehnen Müllsortierung in „informellen“ Gesprächen ab, befürworten die Notwendigkeit aber in „offiziellen“ Gesprächen). Trotzdem ist das Verhalten vieler Menschen unabhängig von ihrer Einstellung – fast alle sortieren den Müll.

Erklärung: Der Druck der öffentlichen Meinung beeinflusst das Verhalten, führt jedoch zu keiner Bewusstseins- oder Einstellungsänderung.

siehe auch bitte Coaching-Angebote

Was die Politik verkehrt macht: Informationsziele, Einstellungsziele und Verhaltensziele